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Mai 22

Willst Du mit mir gehen… ?

Fussball Bundesliga  FC Bayern München - Hertha BSC BerlinOh ja, da naht er wieder der berüchtigte 30.Juni. An sich ja nur wichtig für D-Junioren und ältere Spieler, aber er gilt halt als das Ende der Wechsel- bzw. Austrittsfrist. Viele – vor allem Eltern – stellen sich die Frage, was sie oder treffender ihr Kind machen soll. Bleibt man im Verein, schaut man sich anderweitig um, muss man sogar wechseln ?

Alle diese Fragen sind oftmals leicht zu beantworten. Meist sollte man sie sogar gar nicht stellen. Wir versuchen uns aber mal darin eine möglichst allgemeingültige Antwort zu geben.Viele Spieler bleiben ein Leben lang in ihrem Verein oder wechseln vielleicht ein oder zweimal in ihrer gesamten Laufbahn – dann meist aus der Not heraus (Umzug, keine Mannschaft in der Altersklasse vorhanden, etc.). Einige haben aber schon vor der D-Jugend 3 oder mehr Vereine durch. Richtig oder falsch gibt es hier nicht, denn entscheidend ist die Situation.

Über allem steht das Wohl und Wollen des Kindes. Dabei ist natürlich zu prüfen, ob die Entscheidung des Kindes von anderswo beeinflusst ist. Wenn ein Kind sich wohlfühlt, man als Elternteil oder Trainer aber das Gefühl hat, dass es für das Kind woanders besser wäre, dann sollte man mit ihm offen darüber sprechen und zumindest die Bereitschaft herstellen, es mal zu probieren. – Wer fair ist informiert übrigens den Trainer darüber. Ein guter und fairer Trainer sollte damit kein Problem haben; Im anderen Falle, wäre ein Wechsel eh eine nicht unvernünftige Lösung. Wenn man persönliche Differenzen miteinander hat, muss man für sich abwägen, wie korrekt man sich verhalten möchte.

Kinder sollten grundsätzlich so früh wie möglich, so gut wie möglich gefördert werden. Natürlich muss ein Kind auch Spaß haben, deswegen fängt es ja letztendlich mit dem Fußball an. Je besser die Ausbildung in einem Verein ist, desto besser ist es für das Kind; Voraussetzung ist natürlich, dass es sich wohlfühlt, gut und fair behandelt wird und eben trotz allen Lernens den Spaß nicht verliert.

Im Berliner Fußball besteht eine ungeschriebene und Schwankungen unterliegende Hierarchie was die Ausbildungsqualität der Vereine angeht. Das ganze „System“ hängt davon ab, wie viel Wert die jeweilige Vereinsführung bzw. Jugendleitung auf die „gute“ Arbeit ihrer Trainer legt, bzw. was diese eben für eine Arbeit machen. Dem Trainer kommt die Schlüsselfunktion zu Gute. Er entscheidet über die Ausrichtung der Mannschaft und den Spirit, der sie ausmacht und damit das Klima in der Mannschaft.

Ganz vorne weg laufen in Berlin sicherlich die Profivereine Hertha BSC und Union Berlin. Danach kommt eine breite Spitze mit Vereinen wie Tennis Borussia, LFC Berlin, Füchse Berlin, Hertha 03 Zehlendorf oder dem SC Staaken. Aber auch Vereine wie Berliner SC, Frohnauer SC, Nordberliner SC, BFC Dynamo, SCC oder Türkyiemspor Berlin und einige andere mehr gehören in vielen Altersklassen ebenfalls zu dieser Spitze. Danach kommen ambitionierte Vereine, die in ihren Bezirken den anderen meist ein Stück voraus sind. Das sind entweder aufstrebende Clubs oder welche, die mal zu den „Großen“ gehört haben, wie z.B. der BFC Preußen. Auf der nächsten Ebene findet sich die breite Masse der Vereine. Sie bieten den Kindern eine Möglichkeit ihren Sport organisiert auszuüben. Die Ambitionen und Konzepte unterscheiden sich dabei oft sehr. So gibt es die rein breitensportlich orientierten, bei denen der Spaß das Maß aller Dinge ist. Dann gibt es die sozial engagierten, die mit Hausaufgabenhilfen und Ausflügen für eine Art Rund-um-Betreuung sorgen. Außerdem gibt es noch die Ergebnis-ambitionierten, bei denen alle Teams immer um Aufstiege oder gegen Abstiege spielen, bei denen die Kinder aber nicht wirklich im Fokus der Interessen stehen, sondern nur ihre „Effektivität“. Natürlich gibt es auch jede Menge Mischformen oder unstrukturierte Vereine.

Wenn man nun hauptsächlich der Bewegung und Freude wegen zum Fußball geht, sollte man schauen, dass man einen Verein oder eine Mannschaft hat, bei der man eben diesem Ziel gerecht wird. Ist dies nicht der Fall sollte man eben einen Verein suchen, wo man diese Möglichkeiten findet. Wer sich auskennt, erkennt das oftmals nach wenigen Trainingseinheiten. Wer sich nicht auskennt, erkundigt sich am besten bei „Experten“ darüber. Eine gute Möglichkeit sind hier etwas erfahrenere Trainer aus den Spitzenteams, denn diese kennen viele andere Vereine und können vielleicht ein paar Tipps geben.

Wer auf sportliches Vorankommen im Sinne von Lernen und gefordert werden aus ist, sollte nur wechseln, wenn er eine nächsthöhere „Ebene“ von Vereinen erreichen kann oder er mit dem Trainer nicht zufrieden ist. Ein Wechsel innerhalb einer Ebene, also zum Beispiel vom SC Staaken zu TeBe oder den Füchsen macht aus sportlicher Sicht meist nur wenig Sinn. Die Qualität der Trainer kann natürlich unterschiedlich sein, aber ob weitere Fahrtwege und damit weniger Zeit und Möglichkeiten Freundschaften auch über den Fußball hinaus (auch in der Mannschaft) zu pflegen diese Differenzen aufwiegen sei mal dahingestellt. Im Kinderfußball sollte man sportlich nur wechseln, wenn man eben deutlich besser voran kommen kann, was eben durch eine Wechsel in eine „höhere Kategorie“ möglich ist.

Ganz anders sieht es im Großfeldbereich aus, da entscheidet meist die Liga-Zugehörigkeit über die Qualität der Ausbildung und das Fördern und Fordern in den Spielen. Wer also statt Verbands- Regionalliga spielen kann, sollte die Chance nutzen. Wenn er nur auf der Bank sitzt, wäre er vielleicht eine Liga tiefer als Leistungsträger besser aufgehoben.

Aber wie gesagt, es ist immer eine individuelle Entscheidung.

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