«

»

Apr 16

Warum soll mein Kind duschen ?

fetz_duscheDiese Frage taucht in einigen Mannschaften immer mal wieder auf. In den meisten Mannschaften des SC Staaken ist es zum Glück Usus, dass die Jungs nach dem Training und Spiel duschen; In manchen Mannschaften sogar Pflicht.

Wir wollen an dieser Stelle mal Argumente für das Duschen liefern.

Zunächst mal ist eine Frage der Hygiene. Kinder sollten schon früh lernen, dass Körperhygiene wichtig ist. Als Fußballer ist der Körper das Kapital und im späteren Leben wird ein gewisses Maß an Körperpflege vorausgesetzt. Durch das Waschen wird nicht nur Dreck und Schweiß hin fort gespült, sondern auch ein nicht unerheblicher Teil an Bakterien und Krankheitserregern. Ein unangenehmer Körpergeruch wird vermieden. Nicht zuletzt wird so auch verhindert, dass z.B. der Autositz regelmäßig mit der eben beschriebenen Mischung „poliert“ wird. Man mag sich nicht vorstellen, was in so einem Autositz lebt, wenn dieser regelmäßig von ungewaschenen Fußballerbeinen malträtiert wird.

Damit dürfte dann auch das Argument einiger ganz schlauer Eltern „Er duscht ja gleich zuhause.“ entkräftet sein. Außerdem ist diese vermeintliche Zeitersparnis kein wirklicher Vorteil, denn zuhause kommt häufig noch das eine oder andere dazwischen oder das Duschen dauert im Endeffekt genauso lange.

Ein Argument, dem man nicht viel entgegnen kann ist aber letztendlich der Kostenfaktor. Die jungen Kicker duschen drei bis viermal in der Woche – und zuhause noch lieber mit viel wärmerem Wasser. Zuhause kostet das auf’s Jahr gerechnet einiges an Geld, beim Sport ist es bereits von den Steuergeldern bezahlt.

Abschließend noch ein Blick auf das oft belächelte Argument, dass das Duschen ein wichtiges Gemeinschaftserlebnis für die Kinder ist und das Miteinander und die Kommunikation fördert. Dieser Punkt wird gerade von den Kritikern belächelt und schnell abgetan, aber fragen Sie doch mal die Jungs, ob das Spaß macht oder schauen sie einfach in die Gesichter geduschter Jungs – Freude pur und Dank Seife kann man das sogar erkennen.

Vielleicht konnten wir ja dem ein oder anderen Skeptiker ein paar Argumente liefern seine Meinung in Bezug auf das Duschen zu ändern. Allen anderen haben wir hoffentlich deutlich gemacht, was Sie ihrem Kind Gutes tun, mit dem was Sie tun.

2 Kommentare

  1. Kniff

    Zum obigen Artikel an dieser Stelle gern auch ein paar Argumente die gegen das Duschen von Kindern im Vereinsprechen.

    Argument Hygiene:
    Es stellt sich die Frage, ob es ein Fussballverein wirklich als seine vorrangige Aufgabe sehen sollte, für die Körperhygiene von Kindern zu sorgen. Dies scheint so zu sein, da inzwischen in einigen Vereinen eine Duschpflicht eingeführt wurde. Mit Zwang werden also Kinder und Jugendliche davon überzeugt, dass sie ihren Körper sauber und gesund halten sollten.

    Erstaunlich nur, dass diese so gesunde Maßnahme bisher noch in keine Grundschule oder in ein Gymnasium Einzug gehalten hat. Dort haben Schüler zum Teil zwei Stunden Sport hintereinander und sitzen anschließend verschwitzt im Matheunterricht. Scheint die Lehrer nicht besonders zu stören, sonst hätten wir auch eine Duschpflicht in der Schule. Was nun treibt gerade Fussballvereine dazu, hier eine ganz andere Sichtweise an den Tag zu legen? Scheinbar haben Sportvereine einen besonderen pädagogischen Ansatz, der sich mir allerdings nicht erschließt.

    Zum Argument Geruch:
    Es ist bekannt, dass frischer Schweiß nicht riecht, auch wenn der Autor des Beitrages anderes behauptet. Erst Zersetzungsprodukte des Schweißes riechen typisch. Zu diesem Zeitpunkt ist das Kind lange zu Hause unter der Dusche, auch nach einem Auswärtsspiel.

    Argument Kosten:
    Ich finde es bedenklich, wenn Eltern regelrecht dazu aufgefordert werden, ihr Kind auf „Steuerzahlerkosten“ duschen zu lassen und damit die heimische Kasse zu entlasten.

    Argument Gemeinschaftsgefühl:
    Dieses Argument der Vereine ist für mich das fadenscheinigste Argument überhaupt. Was bei Erwachsenen funktionieren mag, trifft noch lange nicht auf Kinder und Jugendliche zu.
    Hier spielen oft noch Schamgefühle, Hänseleien und Sticheleien anderer Kinder eine Rolle.

    Wenn dann von wichtigem Gemeinschaftserlebnis und Kommunikation unter der Dusche die Rede ist, so ist dies reines Wunschdenken, eben aus Sicht eines Erwachsenen. Eine Kindermannschaft besteht aus 14-20 Kindern und in der Regel hat ein gut ausgestatteter Verein 4 Duschen. Heißt also 4 Kinder duschen und der Rest wartet in der Kabine. Dann die nächsten.. usw. usw. Bis die letzten Kids geduscht sind, vergehen mitunter 30min. An welcher Stelle habe ich jetzt das viel beschworene Gemeinschaftserlebnis aller Kinder unter der Dusche nicht mitbekommen?

    Und dabei wird das organisatorische Durcheinander, gerade bei den 7-10 Jährigen außer Acht gelassen.
    Nasse Haare – und kein Fön,
    nasse Sachen einfach in die Trainingstasche gestopft,
    Duschgel in der Dusche vergessen,
    Badelatschen vergessen usw.

    Körperhygiene ist eine tiefgreifende persönliche Angelegenheit, gerade bei Kindern und Jugendlichen. Zwänge jedweder Art kann man in diesem sensiblen Bereich nur ablehnen. Und ja auch indirekter Druck „alle machen es..nur du nicht!“ ist abzulehnen.

    So wie den Eltern auch sonst das Wohl und Wehe der Kinder überlassen wird, sollten Bereiche wie die Körperpflege, nicht Aufgabe von Sportvereinen sein.

    1. Jens Eilenberg

      Es freut mich zu hören, dass auch andere Vereine mittlerweile eine „Duschpflicht“ einführen. Das zeigt doch, dass es so blöd nicht sein kein.
      Wenn in einer Schule zwei Stunden Schulsport sind, sollten die Schüler immer die Möglichkeit und Zeit haben zu duschen, zumindest war es bei mir „damals“ so und ich „musste“ auch duschen. Wenn die Lehrer sich nicht draum kümmern oder dafür interessieren, dass bzw. ob die Kinder Duschen, zeigt das in meinen Augen nur, das hier wieder mal etwas versäumt wird, dass zu den Bildungs- und Aufsichtsaufgaben in einer Schule gehört. Ob die Rahmenbedingungen hierfür gegeben sind, kann ich nicht beurteilen, finde es aber schade, wenn diese evtl. nicht gegeben sind. So intim und perönlich das Thema Hygiene auch sein mag, es ist trotzdem wichtig, dass den Kindern jemand die Wichtigkeit und Bedeutung der persönlichen Körperpflege auch nach dem Sport vermittelt. Immer mehr Kinder bekommen aus diversen Gründen diese Dinge nicht einmal mehr zuhause vermittelt; Aber das ist ein anderes Thema.
      Was ist daran bedenklich, wenn man dazu auffordert, Dinge für die man bezahlt auch zu nutzen?
      Das Thema Geruch ist sicherlich bei Kindern noch kein Problem, bei Jugendlichen ab 14 Jahren sehr wohl, sie können ja gerne mal in eine Kabine einer C-Jugend oder älterer Mannschaft gehen, dann merken sie wie schnell durch Schweiß verursachter Geruch entsteht. Die Sportler schwitzen – zumindest bei uns im Verein – nicht erst, wenn das Training beendet ist, sondern schon etwa 70-80 Minuten vorher, nachdem sie die erstebn Minuten trainiert haben.
      Wenn man frühzeitig anfängt mit dem gemeinsamen Duschen, werden Schamgefühle gar nicht erst entstehen. Hänseleien sind eh durch die Aufsichtspersonen zu unterbinden. Und wenn jemand deswegen wirklich große Probleme hat, so wird er sich wenigstens seinen Eltern mitteilen. Dann kann man immernoch nach einer Lösung suchen.
      Bei uns auf den Sportanlagen sind zum Glück mehr als 4 Duschen, aber auch wenn es weniger wären, geht jeder Spieler sofort, wenn er ausgezogen ist und seine Duschsachen hat in den Duschraum. Da die Vorbereitung schon unterschiedlich lange dauert, werden nie alle Spieler gleichzeitig eine Dusche brauchen. Die die später in den Duschraum kommen, quatschen mit den anderen, schon habe ich mehr Gemeinschaftserlebnis, als ich es hätte, wenn alle in ihre Autos steigen und nach Hause kutschiert werden. Das gemeinsame Duschen einer Kinder-/Jugendmannschaft ist sicherlich kein Erlebnis, bei dem alle Kinder gemeinsam unter der Dusche stehen, aber es treffen sich immer mal andere unter der Dusche und erleben dort Gemeinschaft, weshalb ich von einem Gemeinschaftserlebnis spreche.
      Ich als Erwachsener genieße das Duschen auch nicht als Gemeinschaftserlebnis, sondern vielmehr für mich alleine. Es tut gut den Schweiß abzuwaschen, das warme Wasser auf dem beanspruchten Körper zu spüren; Ob da andere dabei sind oder nicht, ist mir persönlich relativ egal. Es ist für mich Erholung und Säuberung. Ich übertrage da also kein Wunschdenken auf Kinder.
      Organisatorische Gründe lasse ich als Ausrede nicht gelten. Wenn kein Fön in der Kabine vorhanden ist, wird eben einer mitgebracht. Wie man nasse Sachen in einer Trainingstasche verstaut kann man einem Kind wohl beibringen. Duschgel wird gerne vergessen, kostest heute aber nicht mehr die Welt und man kann sich hier untereinander aushelfen und teilen, was auch ein nicht zu verachtender Aspekt des Erlernens von „Gemeinschaft“ ist. Auch andere Sachen werden oft vergessen, ohne Frage. Aber auch hier ist es ein erziehrisch nicht unwichtiger Punkt, die Kinder dazu zu erziehen, eben nichts zu vergessen. Haben wir uns nicht auch alle den Spruch anhören müssen „Stell der mal vor der Maurer vergisst seine Kelle.“? Und wenn Duschen regelmäßig dazu gehört, wird man auf Dauer sicher keine dafür notwendigen Dinge vergessen.

      Wir als Verein sehen uns nicht nur in der Pflicht die Kinder sportlich zu versorgen. Fußball ist mehr als ein 1:0. Unsere Trainer haben auch die Aufgabe den Kindern Werte und Dinge fürs Leben zu vermitteln. Dazu gehört in meinen Augen auch ein gewisses Maß an Hygiene. Wir sind in der gemeinsamen Zeit mit den Kindern ja nicht nur Aufsichtsperson.

      Ich habe kein Verständnis dafür, dass es Eltern gibt, die uns Trainer davon abhalten wollen, uns um das Wohlergehen und die Gesundheit der Kinder zu sorgen. Sicher meint jeder, dass sein Weg der richtige ist, aber die Regeln macht nunmal der Hausherr. Wem das nicht gefällt, der soll halt nicht zu Besuch kommen.
      Und in den Fällen, wo es ernsthafte Probleme wegen Schamgefühlen oder sonstigen persönlichen Vorbehalten gibt, findet man im gemeinsamen Gespräch sicher eine Lösung.
      In von mir trainierten Mannschaften ist es ganz einfach: Entweder Du duscht und bist dabei, oder Du duscht nicht, dann bist Du auch nicht in meinem Team; Egal wie gut, nett oder sonst was Du bist.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>